Gulnara Davletshina - Atem

Atem

 Im täglichen Leben spiegelt der Atem vielfach unseren Geisteszustand wider, da jeder Gedanke und jedes Gefühl sich in Form Entspannung oder Verspannung, Ruhe oder Unruhe, Angst oder Aufnahmebereitschaft äußert. Ist man entspannt, ist der Atem frei, tief und ruhig. Wer jedoch innerlich in Aufruhr ist, bei dem wird die Atmung flach, unregelmäßig, nervös und hektisch.

So wie der Geist auf den Atem wirkt, lässt sich umgekehrt auch der Geist von der Atmung beeinflussen.

Die jahrtausendealte Technik der Pranayama sind bewusst gesteuerte Atemübungen, mit denen ein Effekt im Geist und im Körper hervorgerufen wird. Durch bewusste Veränderung des Atemmusters werden Einheit von Atem, Geist und Seele hergestellt und gleichzeitig Geist und Körper mit Lebensenergie versorgt.

Kaum etwas wird weniger Beachtung geschenkt als der Atmung, dieser lebensnotwendigen Tätigkeit. Die natürliche Atmung ist oft flach, unregelmäßig und hat unbewusste Atempausen.

Allein dies zu beobachten, ohne dabei die natürliche Atmung zu verändern, ist gar nicht so einfach. Häufig vertiefen sich die Atemzüge automatisch, sobald sich Konzentration und Bewusstsein darauf richten.

Vier Phasen der Atmung

Die natürliche sowie die kontrollierte Atmung verläuft in 4 Phasen:

  1. Einatmung
  2. Pause nach der Einatmung
  3. Ausatmung
  4. Pause nach der Ausatmung

Atempausen, im Yoga, auch Atemverhaltung, sind in der Regel nur ganz kurz, können bei den Atemübungen aber bewusst verlängert werden.

Gegenanzeigen

  • Üben Sie nicht, wenn Sie krank sind
  • Wenn Sie ernsthafte gesundheitliche Probleme oder chronische Erkrankungen haben, sprechen Sie erst mit Ihrem Arzt.

Ein wenig Vorsicht

Wenn Sie mit Atemübungen noch nicht vertraut sind, sollten Sie sich von einem Lehrer einführen lassen. Mit ein wenig Übung können die Techniken anschließend allein angewandt werden. Vorsicht ist aber immer geboten: nähern Sie sich der Praxis langsam und Schritt für Schritt an, da durch Fehlatmung  unter Umständen auch ungewollte körperliche Reaktionen wie z. B. Schwindelgefühle hervorgerufen werden können.

Dreigeteilte Atmung: Bauch-Brust-Schulter

Diese Übung kann sowohl im Stehen als auch im Sitzen oder Liegen geübt werden.



1.Legen Sie die Hände auf den Bauch und atmen Sie durch die Nase bewusst in den Bauch ein, sodass er sich in alle Dimensionen ausdehnt.

 

2.Lassen Sie den Atem aus Ihrem Bauch wieder über die Nase ausströmen. Ziehen Sie dabei den Bauchnabel leicht nach innen und oben. Wiederholen Sie den Zyklus etwa sechs Mal.

 


3.Legen Sie die Hände auf den Brustkorb und atmen Sie durch die Nase bewusst in die Brust hinein,  sodass sich der Brustraum in alle Dimensionen ausdehnt.

 

4.Atmen Sie aus der Brust über die Nase wieder aus und senken Sie den Brustkorb. Wiederholen Sie den Zyklus etwa sechs Mal.

 


5.Legen Sie die Hände auf Ihre Schlüsselbeine und atmen Sie durch die Nase bewusst in den Schulterraum hinein, sodass er sich in alle Dimensionen ausdehnt.

 

6.Atmen Sie aus dem Schulterraum wieder aus und senken Sie die Schlüsselbeine ab. Wiederholen Sie den Zyklus etwa sechs Mal.